Fischereiverband Kanton St. Gallen
Für nachhaltige Fischerei und lebendige Gewässer
Starke Gemeinschaft. Lebendige Gewässer.
Gemeinsam gestalten wir die Fischerei im Kanton St. Gallen.
Der Fischereiverband des Kantons St. Gallen vereint seit über 100 Jahren Menschen mit Leidenschaft für die Fischerei und den Schutz unserer Gewässer. Heute zählen wir rund 1’800 engagierte Mitglieder aus 18 lokalen Fischereivereinen – und gehören damit zu den bedeutendsten Verbänden der Schweiz. Unser Ziel ist mehr als das Fischen: Wir setzen uns aktiv für gesunde Lebensräume, eine nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen und die Förderung des Nachwuchses ein. Werde Teil einer starken Gemeinschaft, die sich für die Zukunft unserer Fische, Flüsse und Seen stark macht.
Elritze – Fisch des Jahres 2026
Elritzen in unseren Gewässern – Vielfalt erkennen, Lebensräume schützen
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: In der Schweiz gibt es mindestens vier verschiedene Elritzenarten. Darauf weist der Schweizerischer Fischerei-Verband hin. In Bergseen sind die kleinen Schwarmfische teilweise noch häufig anzutreffen. Fischerinnen und Fischer kennen die Elritze auch als Butzli oder Barmeli – und wissen um ihre wichtige Rolle als Nahrungsfisch für Hecht und Forelle.
Eine überraschende Entdeckung: die See-Elritze Die Elritzenart, die lange als heimisch galt, kommt in der Schweiz gar nicht vor. Stattdessen wurde eine neue Art identifiziert – die See-Elritze. Wie alle Elritzenarten ist auch sie stark an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst. Diese Erkenntnis zeigt deutlich: Die Artenvielfalt in unseren Gewässern ist offenbar grösser als bisher angenommen.
Artenvielfalt in Gefahr Mit der neu entdeckten Vielfalt wächst auch die Verantwortung. Unbekannte oder wenig erforschte Arten können verschwinden, ohne dass ihr Verlust rechtzeitig erkannt wird. Die Elritze macht damit auf ein grundlegendes Problem aufmerksam, das viele Kleinfischarten in der Schweiz – und auch in unseren regionalen Gewässern – betrifft.
Kleinfische sind unverzichtbar Kleinfische sind ein zentraler Bestandteil funktionierender Gewässerökosysteme. Sie sind wichtige Indikatoren für die Gewässerqualität und unverzichtbar für die Biodiversität. Dass in den letzten hundert Jahren zahlreiche Elritzenbestände verschwunden sind, zeigt deutlich, wie stark unsere Lebensräume unter Druck stehen.
In der Schweiz leben heute über hundert Fischarten. Drei von vier stehen auf der Roten Liste – sie gelten als ausgestorben, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Für den Fischereiverband St. Gallen ist klar: Der Schutz der Lebensräume ist der wirksamste Artenschutz.
Der Fischotter hat die Linthebene erreicht
Eindeutige Nachweise an der Linth: Der Fischotter ist in der Linthebene angekommen.
Ein spezialisiertes Team konnte im Dezember 2025 an der Linth bei Benken mehrere genetisch bestätigte Nachweise des Fischotters sichern. Zudem belegen Fotofallen aus Sevelen die erste Reproduktion im Kanton. Das Amt bittet um Meldungen von Beobachtungen – gleichzeitig werden mögliche Auswirkungen auf empfindliche Fischbestände, etwa Äschen-Laichgebiete, aufmerksam verfolgt.
Zusätzliche Hinweise zeigen, dass es nicht nur um einzelne Durchzügler geht. Fotofallen-Aufnahmen aus Sevelen (2024) dokumentieren Jungtiere – damit liegt der erste Reproduktionsnachweis im Kanton St.Gallen vor. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 auch zwei überfahrene Fischotter im St.Galler Rheintal registriert. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass sich der Fischotter im Kanton schneller ausbreitet als noch vor kurzem erwartet.
Mit der Rückkehr der Art stellen sich auch neue Fragen für Gewässer- und Fischbestände. Besonders im Fokus steht die Linth mit einem der letzten, stark geschrumpften Äschen-Laichgebiete von nationaler Bedeutung. Wie sich zusätzliche natürliche Prädation durch Fischotter (neben z. B. Kormoranen) auswirken kann, ist aktuell offen. Klar ist aber: Strukturreiche, naturnahe Gewässer mit genügend Deckung helfen Fischen, Druck durch Räuber besser zu verkraften.
Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei sucht zudem gezielt nach Spuren an der Thur, da es Indizien für eine mögliche Besiedlung gibt. Wer Fischotter beobachtet oder Hinweise findet, soll dies der kantonalen Wildhut melden – gerade im Winter sind Nachweise am ehesten möglich, weil der Fischotter sehr heimlich lebt.
Gemeinsam Fachwissen vertiefen – für eine nachhaltige Fischerei.
Erfolgreicher Aufseher Kurs – Wissen, Austausch und Gemeinschaft
„Gemeinschaft ist nicht nur ein Wort – sie ist die Kraft, die uns verbindet und wachsen lässt.“
Catch & Clean Day 2025 am Gübsensee
Gemeinsam für saubere Gewässer und gelebten Naturschutz
Wir danken dem Fischereiverein St. Gallen herzlich für die Einladung, die hervorragende Organisation sowie die grosszügige Verpflegung.
Alarm in St. Galler Gewässern
Bäche und Seen sind bis zu 8 Grad zu warm!
Fischer schaffen Lebensraum – Saalbach 2025
Gemeinsam für die Natur – Instream-Massnahmen am Saalbach
Auf einer Länge von rund 150 Metern haben wir den Lebensraum Saalbach mit spannenden Instream-Massnahmen aufgewertet!
Alle Teilnehmenden haben einen fantastischen Einblick erhalten und sind somit für zukünftige eigene Projekte bestens gerüstet!
Bilder: © 2025 by Mario Theus
Delegierten Versammlung vom 25.04.2025
Fischereiverband des Kantons St. Gallen wächst auf 18 Mitgliedervereine und 1’850 Mitglieder
Fischereiverein Walensee neu dabei mit 80 Fischer- und Fischerinnen.
Mit viel Schwung und einer Portion Humor eröffnete Präsident Roger Staub die diesjährige Delegiertenversammlung des Kantonalen Fischereiverbands. Die Delegierten bestätigten alle Geschäfte einstimmig – ein Zeichen von Einigkeit und Vertrauen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Aufnahme des Fischereivereins Walensee, der den Verband um 80 Mitglieder verstärkt. Präsident Jakob Seitz schilderte eindrücklich die Herausforderungen seines Vereins – etwa Überalterung und Vereinsbindung – und beeindruckte mit einer Vielzahl an Aktivitäten: Gewässerschutzprojekte, Jungfischerförderung, Uferreinigungen, Öffentlichkeitsarbeit und innovative Ansätze zur Ausbildung neuer Fischerinnen und Fischer.
Gastredner Bruno Cozzio, Kantonsrat Mitte Partei und Revierförster, appellierte an die Fischer, noch aktiver auf Politik und Gesellschaft zuzugehen. Themen wie Lebensraumvernetzung, Schadstoffe (PFAS) und Hochwasserereignisse verlangen gemeinsames Handeln – über die Fischerei hinaus. In der offenen Diskussion zeigte sich das leidenschaftliche Engagement der Delegierten deutlich: Mit grossem Engagement wurden aktuelle Herausforderungen wie das fehlende nationale Kormoran-Management und die Einführung von «SANA für alle» diskutiert. Die Forderung nach einer hochwertigeren Anglerausbildung brannte vielen unter den Nägeln – hier ist seit Jahren kein Fortschritt in Sicht!
Besonders emotional wurde es beim Thema: Test Besatz mit Regenbogenforellen: Der ehemalige Präsident des FV Thur, Ruedi Scherrer schilderte eindrücklich, wie der einst stolze Bachforellenbestand seit Jahren durch ein rätselhaftes Fischsterben dezimiert wird. Trotz intensiver Untersuchungen des Amts für Natur, Jagd und Fischerei sowie verschiedener Forschungseinrichtungen konnten sie bisher keine eindeutige Ursache feststellen. Der Antrag an den Bund, mit der robusteren Regenbogenforelle eine mögliche Lösung zu finden, wurde abgelehnt, ein neuer Vorstoss soll allenfalls geprüft werden.
Der Beitritt des FV Walensee unterstreicht die Vorwärtsstrategie des Verbandes: Vernetzen, wachsen und gemeinsam Verantwortung für unsere Gewässer übernehmen.
Aktionsplan Fische
Erfolg für den Fischschutz: Ständerat nimmt wichtige Motion an
Anodenführerkurs 2025 in Gossau
Theorie und Praxis für die Fischereiaufsicht
Am 8. Februar 2025 fand in Gossau der Anodenkurs des Fischereiverbandes des Kantons St. Gallen statt. Die Veranstaltung fand in der Brauerei & Hofstube Freihof AG an der Flawilerstrasse 46 statt. Insgesamt nahmen 38 Personen aus den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Aargau teil. Der Kurs begann am Vormittag mit theoretischen Inhalten, gefolgt von praktischen Übungen am Nachmittag. Die theoretische Einführung umfasste die Grundlagen der Elektrofischerei, Sicherheitsbestimmungen, Sanitätsausbildung im Zusammenhang mit Stromunfällen sowie die Handhabung der Geräte. Am Nachmittag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Erlernte in die Praxis umsetzen und unter fachkundiger Anleitung praktische Erfahrungen sammeln. Der Anodenkurs ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum Fischereiaufseher/zur Fischereiaufseherin. Er befähigt die Absolventinnen und Absolventen, nach Bewilligung durch den jeweiligen Kanton, Elektroabfischungen durchzuführen. Der vom Vorstand des Fischereiverbandes des Kantons St. Gallen organisierte Kurs vermittelte den Teilnehmenden wertvolle Kenntnisse und Fertigkeiten für ihre künftigen Aufgaben in der Fischereiaufsicht.
Ein faszinierender Botschafter für natürliche Lebensräume
Der Zander, majestätisch wie ein Fabelwesen und gnadenlos wie ein Raubritter, wurde vom Schweizerischen Fischerei-Verband zum Fisch des Jahres 2025 gewählt. Ziel ist es, auf die Bedeutung natürlicher Gewässerlebensräume aufmerksam zu machen und die heimische Fischerei zu stärken. Obwohl der Zander erst seit rund 60 Jahren in der Schweiz heimisch ist, hat er sich in zahlreichen Seen wie dem Murten-, Greyerzer- und Bodensee sowie in Flüssen und Kanälen des Mittellandes etabliert. Mit seinen glitzernden Schuppen, großen Augen und markanten Rückenflossen besticht er nicht nur optisch, sondern beeindruckt auch durch seine Lebensweise: Als geschickter Jäger agiert er oft im “Wolfsrudel”, während er in der Brutzeit als fürsorglicher “Super-Papa” sein Nest und die Jungfische energisch verteidigt. Auch in der Fischerei und Küche erfreut sich der Zander großer Beliebtheit. Seine zarten, grätenfreien Filets sind ein Highlight in jeder Sterneküche. Doch der heimische Fang kann die hohe Nachfrage kaum decken – ein Appell, die natürlichen Lebensräume zu schützen und zu fördern. Erfahren Sie mehr über diesen außergewöhnlichen Fisch und die Vision für lebendige Gewässer in der Schweiz!